Die gelbe Königskerze, der Stieglitz, der Steinbeißer und die wilde Möhre waren nur einige Begleiter aus Flora und Fauna beim HÖP-Rundgang der Hockenheimer Christdemokraten, die das Angebot der hiesigen Lokalen Agenda zu einer Führung dankend annahmen.

Der Biologe Uwe Heidenreich, der das HÖP als wahres Kleinod bezeichnete, verdeutlichte die Bedeutung des Hochwasserschutz- und Ökologieprojekts für die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie für den Menschen: „Besonders an heißen Tagen wie heute spüren wir Menschen die positiven Auswirkungen des renaturierten Gewässers. Das langsam fließende Wasser verdunstet besser und sorgt damit für eine wohltuende Abkühlung“, so der Biologe. Das HÖP, das den Hochwasserschutz verbessern und den Kraichbach ökologisch aufwerten soll, bereichert darüber hinaus die Stadt selbst und ist ein überregionales Alleinstellungsmerkmal, sind sich die Christdemokraten einig.
Während des anderthalbstündigen Rundgangs spielten viele Kinder am und im Wasser und Erwachsene hielten sich mit ihren Hunden am Flussufer auf. Daran wurde der Konflikt zwischen der ökologischen Aufwertung des Gewässers und einer intensiveren Nutzung durch die Bevölkerung deutlich: „Enten und laichende Fische einerseits, Hunde, die im Bach nach Erfrischung suchen, und im Wasser spielende Kinder anderseits: Auch wenn ich mich als Kind wohl nicht anders verhalten hätte, so ist ein rücksichtsvoller Umgang mit dem vom Menschen geschaffenen Naturgelände wichtig“, betonte Uwe Heidenreich. „Wäre es deswegen sinnvoll, den derzeit eigentlich nicht gestatteten Zugang zum Gewässer an bestimmten Stellen explizit zu erlauben, um den menschlichen Eingriff, der sich aktuell über den gesamten Bachlauf hinweg erstreckt, auf wenige Bereiche zu verringern?“, fragten die Christdemokratinnen Jutta Renkhoff und Dagmar Kramberg. „Das Karlsruher Regierungspräsidium hat das gesamte Gelände unter ökologischen Gesichtspunkten geplant, sodass der Nutzung im Interesse der Natur und des Hochwasserschutzes Grenzen gesetzt sind. Ein Konzept der Besucherlenkung mit Beschilderung ist aber in Arbeit“, erklärte Sybille Heidenreich. In diesem Zusammenhang kam auch der gesperrte Wirtschaftsweg zur Sprache. „Dieser Weg ist für die am Kraichbach lebenden Tiere ein wichtiger Rückzugsort“, sagte Uwe Heidenreich und warb dafür, diesen wichtigen Ruhebereich weiterhin zu erhalten. Des Weiteren erwähnte der Biologe die gute Zusammenarbeit zwischen der Lokalen Agenda, der Stadt Hockenheim und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.
Nach einem 90-minütigen Spaziergang freuen sich die Beine von Jung und Alt über Sitzgelegenheiten, um das HÖP auch gemütlich von der Bank aus zu genießen. „Da diese derzeit noch rar sind, wollen wir uns mit einem Antrag für mehr Sitzgelegenheiten einsetzen“, so die stellvertretende CDU-Vorsitzende Bärbel Hesping.

Die Faszination und das Staunen der Teilnehmer fasste der CDU-Vorsitzende Patrick Stypa wie folgt zusammen: „Als Laie kann man kaum erahnen, wie viel akribische Arbeit und wie viel Wissen im HÖP stecken. Das zeigt sich beispielsweise im für jeden Quadratmeter sorgfältig ausgewählten Saatgut. Deshalb ist Ihre Aufklärungsarbeit, die Sie zusammen mit der Lokalen Agenda anbieten, sehr wichtig und dafür wollen wir uns bedanken.“ Ihren Dank gegenüber Sybille und Uwe Heidenreich sowie Eileen Riedel und Michael Schöllkopf brachte die CDU Hockenheim abschließend mit einem nachhaltigen Präsent aus dem Eine-Welt-Laden zum Ausdruck.

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